Schnorr brachte zudem das durch den Dreißigjährigen Krieg schwer geschädigte Eisenwerk im heutigen Stadtteil Auerhammer wieder in Betrieb, das er 1644 gemeinsam mit Zacharias Schöppel gekauft hatte.

Auf einer Reise zur Leipziger Messe im Jahre 1648 wurde er von räuberischen Soldaten nach Russland verschleppt und gegen hohes Lösegeld an den Zaren verkauft. Als Bergbausachverständiger und Aufsichtsführender wirkte Schnorr 16 Jahre lang in den Bergwerken des Urals, ehe ihm die Flucht über die Türkei nach Wien gelang. Das Erzgebirge sah er jedoch nicht wieder. Auf der Heimreise verstarb er.

Veit Hans Schnorr d.J. (1644-1715) war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des erzgebirgischen Montanwesens.

Er führte neue Produktionstechniken in die Hammer- und Eisenhütten des Erzgebirges, die vor allem in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts große wirtschaftliche Bedeutung in der Weißblechfertigung sogar europäische Monopolstellung erlangten, ein. Schnorr schuf u.a. die „Erzgebirgische Blechkompanie“, eine Art Konzern, die den Absatz von Weiß- und Schwarzblech der erzgebirgischen Hammerwerke regelte. Er ließ das Hammerwerk in Aue weiter ausbauen und erwarb sich Verdienste um das Blaufarbenwerk Niederpfannenstiel. Ihm wird die Entdeckung der weißen Erde, des Kaolins, zugeschrieben. Die am Rande der Stadt gelegene Weißerdenzeche lieferte 150 Jahre lang den Rohstoff für die Meißner Porzellanmanufaktur.

Auf „wilder Wurzel“ ließ er Carolsfeld anlegen. Der Kaiser adelte ihn dafür. Er durfte sich nun Veit Hans Schnorr von Carolsfeld nennen.

Schnorr erzielte ein stattliches Vermögen, das ihn zu den reichsten Männern des Erzgebirges zählen ließ.