Das Hotel „Blauer Engel“ kann auf eine bewegte Geschichte zurückschauen. Mit dem „Ratskeller“, dessen Vorläufer bereits 1592 entstand, ist es die älteste Gaststätte der Stadt Aue.

Unmittelbar nach Aufkommen des Zinnbergbaus in Aue 1661 erbaute David Rehm, dessen Vorfahren seit 1533 zu den größeren Bauern Aues gehörten, einen Gasthof in verkehrsgünstiger Lage, um besonders  Bergleute und Bergherren bewirten zu können. Außer Beherbergung und Bierschank betrieb er den Verkauf von Brot und Salz.

Nach seinem Besitzer hieß das Wirtshaus in der Ortsmitte „David Rehms Gasthof“. Der Bau fand das Wohlwollen der damaligen städtischen Verwaltung. Der „Ratskeller“ im 1642 erbauten Rathaus, das bis zum Jahre 1907 auf dem heutigen Altmarkt stand, genügte offensichtlich nicht den Ansprüchen. Es hieß, dass bessere Gäste schlecht im Rathaus untergebracht werden könnten. Dort sei die tägliche Zeche der Einwohner. Rehms Haus biete gute Bequemlichkeit, und fein säuberlich ginge es außerdem zu.

Das Rehmsche Haus war im kleinen Städtlein Aue, das 1697 93 Häuser aufwies, worin in allem 229 erwachsene Personen wohnten, ein Anziehungspunkt besonderer Art.

Im 18. Jahrhundert hieß die Rehmsche Wirtschaft „Gasthof zum güldenen Stern“. Das geht aus dem geographischen Handregister des von August dem Starken zum Land- und Grenzkommissar berufenen Adam Friedrich Zürner hervor. Er weilte um 1716 zu Landvermessungen in Aue und vermerkte diesen Namen in seinen Aufzeichnungen.

1825 erwarb den Gasthof Gottlieb Friedrich Fischer für 7010 Taler vom Geleitseinnehmer Planitzen, sodass man Mitte des 19. Jahrhunderts auch vom Fischerschen Gasthof sprach. Der Name „Blauer Engel“ scheint erst danach aufgekommen zu sein.

1859 zerstörte eine Feuersbrunst den Gasthof samt des kostbaren, teuren Stübchens im Obergeschoss. Aus dem Bericht des Gerichtsamtes Schneeberg vom September 1859 geht hervor, dass das Feuer in einer der in unmittelbarer Nähe des Gasthofes gelegenen Scheunen ausgebrochen war. Einige Nachbarhäuser brannten mit ab.

Nach dem Brand wurde der Gasthof wieder aufgebaut, zunächst bescheiden, später erheblich vergrößert. Das Haus hatte einst einen Saal, der zu Versammlungen, Theateraufführungen, Konzerten und Bällen diente.

Ab 1948 ließen die gesellschaftlichen Verhältnisse eine privatwirtschaftliche Betreibung des Hotels nicht mehr zu.

Mit der geschichtlichen Wende 1991 und dem treuhänderischen Erlass zur Privatisierung des Hotels nahm im Juni 1991 Familie Tilo Unger das Hotel in Privathand.

In den folgenden 2 Jahren erfuhr das Hotel eine Innovation in allen Bereichen des Hauses mit einer interessanten Kombination von nostalgischem Flair und zeitgenössischem Komfort.

1993 trat Familie Unger der erfolgreichen deutschlandweiten Flairhotelgruppe e.V. bei.

1994 Neuanbau der Rezeption und des Wellnessbereiches "Kasskade".

2001 Eröffnung der Erlebnisbrauerei "Lotters Wirtschaft".

2003 wurde die Gründerzeitfassade mit dem Zwiebeltürmchen wieder errichtet und lässt das Haus im alten - neuen Glanz erstrahlen.

2008 Eröffnung des ersten Auer Biermuseums und der "Gläsernen Brauerei"

Der Geschichte der Region widmete das Hotel ihre Räumlichkeiten